„Gewisse Medaillen werden an die Seele geheftet, nicht an die Jacke.“

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Mittwoch, 5. Juni 2013 von Didi in Allgemein

Hallo Ihr Edelweiss-Piraten der Landstrasse,

es muss nicht immer alles von mir kommen. So stell ich mir eigentlich unsere Aktivitäten in unserem kleinen Club vor.

Jeder soll mal was organisieren oder schreiben was von Interesse ist.

Sei es eine sportliche Aktivität, ein gemeinsames Treffen oder wie hier auch mal der Hinweis auf einen ganz tollen Artikel.

Von unserem Freund Franz aus Berlin ->”Anbei ein schöner Artikel über den großen Gino Bartali und sein Engagement zu der Zeit, in der auch die Edelweißpiraten so segensreich aktiv waren.”


Gino Bartali Der größte Held der Tour

02.06.2013 ·  Gino Bartali gewann die vorletzte Tour vor dem Krieg und die zweite danach. Dazwischen arbeitete der Italiener als Fahrradkurier für die Antifaschisten und rettete so knapp 800 Juden das Leben.

Von Evi Simeoni

Gino Bartali wurde „der Mönch“ genannt

„Gino Bartalis Nase war durch einen schweren Sturz deformiert – aber er atmete so vorzüglich, dass es während der Tour Nächte gab, in denen er ein ganzes Paket Gauloises leer rauchte.“ So beschrieb der journalistische Tour-Heroe und Gauloises-Raucher Hans Blickensdörfer den Italiener, der die vorletzte Tour vor dem Krieg gewann und die zweite danach, 1938 und 1948. Berücksichtigt man, was Bartali in den zehn Jahren dazwischen geleistet hat, kann das Qualmen aber als lässliche Sünde durchgehen.

Erst nach seinem Tod im Jahr 2000 wurde bekannt, dass seine regelmäßigen Trainingsfahrten zwischen Florenz und Assisi, die er auch während der kriegsbedingten Tour-Pause (1940 bis 1946) unternahm, nicht nur der Körperertüchtigung dienten. Im Sattel und in den Rohren seines Fahrrads befanden sich wichtige Botschaften, Fotos und Spezialpapier, die er unbemerkt von den deutschen Besatzungssoldaten zu einem Kloster brachte, wo falsche Pässe hergestellt wurden. Bartali war der Fahrradkurier der antifaschistischen Widerstandsbewegung, die Elia Dalla Costa, der frühere Erzbischof von Florenz, organisierte.

Ein Duell, das Italien spaltete

So half der Rad-Champion, etwa 800 Juden das Leben zu retten. 45 Tage lang wurde Bartali Ende 1943 im Gefängnis festgehalten, offiziell wegen seiner Loyalität zum Vatikan, zu seinem Glück wurde er ohne Verfahren wieder freigelassen. Dass Bartali, genannt „der Mönch“, ein strenggläubiger Katholik war, wusste die ganze Radsport-Szene. Jedesmal, wenn die Tour in die Pyrenäen kam, machte er eine Wallfahrt nach Lourdes, und er gewann 1948 auch eine Etappe, die am Wunderschauplatz der heiligen Bernadette endete.

Über sein Engagement im Untergrund aber schwieg Bartali sogar weitgehend gegenüber der eigenen Familie. „Gewisse Medaillen werden an die Seele geheftet, nicht an die Jacke“, sagte er einmal. Bartalis italienischer Gegenspieler Fausto Coppi hatte trotzdem nichts zu lachen. Das Duell der beiden spaltete Italien in „Bartalisten“ und „Coppisten“ und ist heute noch Legende.

Quelle: Frankfurter Allgemeine / Sport


An dieser Stelle eine kleine Geschichte wie ich Franz kennengerlernt habe.

Transalp  am 01.07.2005

Es begann mit einem ” Fight auf dem Rad, Mann gegen Mann hinauf nach Madonna di Campiglio.

In diesem Jahr war ich zusammen mit meinem Partner Sascha als “Team Raphaelshaus”  unterwegs.

Wir hatten eine Spendenaktion organisiert und haben versucht soviel wie möglich für die Kids vom Raphaelshaus zu sammeln.

Am 1.7.2005 auf dem letzten Anstieg hinauf nach Madonne di Campiglio fuhr ein Fahrer, den ich bis dahin  nicht kannte,  ein kurzes Stück vor mir in deieser Steigung.

Ich versuchte, wie das eben mal so ist bei Radrennfahrern üblich ist , denjenigen einzuholen und dann “natürlich” zu überholen.

Einzuholen war schon gar nicht so einfach und an überholen war erst gar nicht zu denken.

Ich gab alles,  um an den vor mir fahrenden heranzukommen, aber der Abstand wurde und wurde nur ganz gering weniger.

Erst hinter dem Zielstrich war ich mit diesem ” Nichteinholbaren” endlich auf einer Höhe.

Wir gaben uns die Hand und wünschten uns noch viel Glück und Erfolg  für die letzten beiden Etappen.

Der ” Nichteinholbare” war zwar nicht vergessen aber das ich Ihn so schnell wiedertreffen sollte, daran hat wohl keiner gedacht.

Abends die Pastaparty war ganz schlecht. Gerade in Italien hätte man erwartet das die Pasta super ist. Das war aber gar nicht der Fall.

Also ab in die nächste Pizzeria. Ja ! und wer saß da ? ” Der uneinholbare “

Hey, ist da noch ein Platz frei bei Euch am Tisch ! Natürlich …usw.   so begann eine ganz tolle Freundschaft..

Wir unterhielten uns über alles mögliche ” Rund um die Transalp ” und dann war da die Frage von Franz ->” Was hat das mit dem Team Raphael auf sich.

Ich erklärte ihm das alles einmal und er wollte auch gerne was spenden. Hatte aber gerde nicht so viel dabei.

“Kriegste später!! “

Bis zum Ende des Transalp hatten wir aber leider keine Möglichkeit mehr uns irgentwo zu sehen.

Die Sache war jetzt schon vergessen, als ich im nächsten Frühjahr mal wieder auf  Mallorca zum Training unterwegs war.

An einem schönen Tag radelte ich nach Petra zum Marktplatz. Das ist ja einer der meistbesuchtesten Plätze von Rennradfahrer im Frühjahr auf der Sonneninsel.

Ich setzte mich und bestellte einen ” Cafe con Leche ” und ließ es mir in der Sonne gutgehehen.

Da stand plötzlich einer vor mir und sagte ” Hey Didi, ich habe es Dir doch versprochen, hier ist meine Spende für die Kinder vom Raphaelshaus. “

Es war der ” uneinholbare “  Franz.

Ihr glaubt nicht wie ich mich darüber gefreut habe,  Ihn dort wiederzusehen. E s begann eine tolle Zeit mit vielen unvergesslichen  Stunden die wir rund um den Radsport herum verbrachten.

>gemeinsame Trainingsfahrten auf der Sonneinsel

>2 x Teampartner beim Transalp

>Teampartner beim 24h Rennen auf dem Nürburgring

um nur einen kleinen Teil hier zu nennen.


Danke Franz für die tollen Stunden die wir zusammen verlebt haben und ich hoffe darauf das wir noch viel gemeinsame Zeit in der Zukunft finden werden.



Grüße aus dem Rheinland in die Haupstadt

Dein Freund

Didi